Trier/Mertesdorf (ddp-rps). Die Großregion Trier testet ein neues Müll-Sortierverfahren. Dabei wird geprüft, inwieweit aus gemischtem Restmüll stofflich und energetisch verwertbare Stoffe aussortiert werden können. Es werde eine Rolle spielen, ob diese Stoffe marktfähig sind und man dem Ziel einer geschlossenen Kreislaufwirtschaft ein Stück näher kommt, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad (SPD) am Donnerstag auf der Zentraldeponie Mertesdorf (Kreis Trier-Saarburg) anlässlich des Starts der Versuchsphase.

Während des einjährigen Tests sollen rund 30 000 Tonnen Müll, die in der mechanisch-biologischen Trocknungsanlage (MBT) auf dem Gelände der Zentraldeponie getrocknet und zu Ersatzbrennstoffen aufgearbeitet werden, zusätzlich vollautomatisch sortiert werden. Dabei kommen spezielle physikalische, chemische und optische Trennstufen zum Einsatz, darunter eine Nahinfrarot-Sortieranlage. Diese Geräte könnten anhand der Reflexion des Materials zwischen unterschiedlichen Kunststoffen, Holz, Metall und Glas unterscheiden und erreichen eine Treffsicherheit von über 98 Prozent, erläuterte MBT-Geschäftsführer Maximilian Monzel.

Bei dem bundesweit bisher einmaligen Projekt, das wissenschaftlich von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen begleitet wird, soll geprüft werden, ob die Brennstoffqualität des getrockneten Abfalls so verbessert werden kann, dass die Abfälle künftig als Ersatz für fossile Rohstoffe in herkömmlichen Kohlekraftwerken oder der Zementindustrie eingesetzt werden können.

Die Förderbänder und Sortierstufen in Mertesdorf können so gesteuert werden, dass man innerhalb kurzer Zeit zwischen der Gewinnung von Ersatzbrennstoffen und der Gewinnung von Holz, Papier, Pappe, Karton sowie verschiedener Kunststoffgruppen wechseln kann.

Die Kosten für das Pilotprojekt werden mit rund einer Million Euro beziffert. Das Umweltministerium beteiligt sich mit 150 000 Euro. Den Rest trägt der Zweckverband Regionale Abfallwirtschaft, dem die Kreise Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich, der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) mit der Stadt Trier und dem Kreis Trier-Saarburg angehören.

In der MBT Mertesdorf werden bisher pro Jahr rund 125 000 Tonnen Restmüll von knapp 520 000 Einwohnern der Großregion durch Verrottung, Zerkleinerung, Reinigung und Trocknung aufgearbeitet. Das Gewicht des Mülls wird MBT-Angaben zufolge dadurch um durchschnittlich 33 Prozent reduziert. Der verbleibende Müll wird momentan als Sekundärbrennstoff in Kraftwerken in Andernach und Hürth verwendet. Bestätigen sich durch das Pilotprojekt neue Verwendungsmöglichkeiten, könnten in der Region langfristig die Müllgebühren sinken.

(Quellen: Conrad und ART in Mitteilungen; Monzel auf Anfrage)

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