Yojiro - «Zum Sterben schön!» - Yojiro Takitas Melodram «Nokan - Die Kunst des Ausklangs» zeigt den Tod von einer anderen Seite ---Von ddp-Korrespondentin Angelika Piller-- (Mit Bildern)
Regisseur Yojiro Takita hat mit seinem einfühlsamen Drama «Nokan - Die Kunst des Ausklangs» national wie international bis hin zum begehrten Oscar (Bester fremdsprachiger Film) zahlreiche Auszeichnungen abgeräumt Verdient sind sie allemal, denn Takita ist es gelungen, ein Tabu-Thema humorvoll und doch sehr anrührend auf die Leinwand zu bannen.Das Leben hat sich der Cellist Daigo Kobayashi anders vorgestellt. «Wir helfen bei der Reise!» Dieser kryptische wie verlockende Slogan in einer Stellenanzeige gibt dem Leben des in letzter Zeit glücklos agierenden Cellisten Daigo Kobayashi (Masahiro Motoki) eine neue Wendung. Im Glauben, dass es sich um ein Reisebüro handelt, bewirbt er sich eilig und wird prompt engagiert. Der exzentrische Chef des Unternehmens Ikuei Sasaki (Tsutomu Yamazaki) steckt ihm noch einen opulenten Vorschuss zu und macht Daigo mit seiner neuen Aufgabe vertraut. Daigo sitzt in der Falle, als er begreift, womit er in Zukunft seine Brötchen verdienen wird. Er erlernt den anrüchigen Beruf des Aufbahrens nach altem Nokan-Ritual, und bereitet die Verstorbenen für ihre «letzte Reise» vor.
Regisseur Yojiro Takita hat mit seinem einfühlsamen Drama «Nokan - Die Kunst des Ausklangs» national wie international bis hin zum begehrten Oscar (Bester fremdsprachiger Film) zahlreiche Auszeichnungen abgeräumt. Verdient sind sie allemal, denn Takita ist es gelungen, ein Tabu-Thema humorvoll und doch sehr anrührend auf die Leinwand zu bannen.
Das Leben hat sich der Cellist Daigo Kobayashi anders vorgestellt. Gemeinsam mit seiner temperamentvollen Frau Mika (Ryoko Hirosue) wollte er reisen und als erfolgreicher Cellist in den großen Konzerthäusern dieser Welt auftreten. Doch der Traum ist ausgeträumt, ehe er richtig begonnen hat. Das Orchester, bei dem Daigo nach langem Suchen endlich eine Anstellung gefunden hat, ist pleite und Daigo aufgrund der Anschaffung eines teuren Cellos auch. Höchste Zeit, etwas zu unternehmen. Und so beschließt er, gemeinsam mit seiner Frau zurück in das Dorf seiner Kindheit und das Haus seiner verstorbenen Mutter zu ziehen. Seinen neuen Job verheimlicht er seiner Frau und seinen Freunden.
Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten und Berührungsängsten entwickelt Daigo eine starke Hingabe zu seiner neuen Tätigkeit. Mit großer Zartheit und Würde bereitet er die Toten für die Aufbahrung und erleichtert mit dieser einfühlsam inszenierten Zeremonie den Hinterbliebenen den Abschied. Auch auf ihn selbst hat die Tätigkeit einen positiven Einfluss. Er beginnt Erinnerungen aus seiner Kindheit und alte Wunden begreifen und verarbeiten zu können. Das Glück scheint in Daigos Leben zurückgekehrt, bis eines Tages seine Frau Mika hinter sein berufliches Geheimnis kommt.
Die Darstellung des Nokan-Rituals gehört zu den schönsten und intensivsten Momenten des Films. Takita lässt den Zuschauer an kleinen Geheimnissen und Tricks teilhaben, hält aber wunderbar die Balance zwischen Ernsthaftigkeit und Humor. Völlig verdient wurden auch sämtliche Hauptdarsteller mit Auszeichnungen bedacht. Es macht Spaß ihnen zuzusehen und so nach und nach die Tiefen ihrer Charaktere zu ergründen. Ein unterhaltsames und seltenes Stück Kino.
(«Nokan - Die Kunst des Ausklangs» («Departures» - «Okuribito»), Japan, Drama, 130 Minuten, FSK: 12, Regie: Yojiro Takita; Darsteller: Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue; Tsutomu Yamazaki; Kimiko Yo u.a.)
Kinostart: 26. November 2009
ddp/api/han
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Regisseur Yojiro Takita hat mit seinem einfühlsamen Drama «Nokan - Die Kunst des Ausklangs» national wie international bis hin zum begehrten Oscar (Bester fremdsprachiger Film) zahlreiche Auszeichnungen abgeräumt Verdient sind sie allemal, denn Takita ist es gelungen, ein Tabu-Thema humorvoll und doch sehr anrührend auf die Leinwand zu bannen.Das Leben hat sich der Cellist Daigo Kobayashi anders vorgestellt. «Wir helfen bei der Reise!» Dieser kryptische wie verlockende Slogan in einer Stellenanzeige gibt dem Leben des in letzter Zeit glücklos agierenden Cellisten Daigo Kobayashi (Masahiro Motoki) eine neue Wendung. Im Glauben, dass es sich um ein Reisebüro handelt, bewirbt er sich eilig und wird prompt engagiert. Der exzentrische Chef des Unternehmens Ikuei Sasaki (Tsutomu Yamazaki) steckt ihm noch einen opulenten Vorschuss zu und macht Daigo mit seiner neuen Aufgabe vertraut. Daigo sitzt in der Falle, als er begreift, womit er in Zukunft seine Brötchen verdienen wird. Er erlernt den anrüchigen Beruf des Aufbahrens nach altem Nokan-Ritual, und bereitet die Verstorbenen für ihre «letzte Reise» vor.
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